Für die einen ist es die perfekte Lösung, für die anderen ein Albtraum. An selbstfahrenden Autos scheiden sich die Geister. Renault und Nissan haben sich jetzt mit dem Anbieter Waymo zusammengeschlossen. Gemeinsam will man Taxis und Transporter auf japanische und französische Straßen bringen.

Waymo ist eine Tochter von Google und entwickelt seit Jahren Selbstfahrsysteme. Die Firma testete bereits selbstfahrende Taxis in Arizona und konnte dort erste wichtige Erfahrungen sammeln. Bislang hat man für Fiat-Chrysler und Jaguar-Land Rover nur Roboter-Autos gebaut. Jetzt will man offenbar auch mit Herstellern zusammenarbeiten, die selbst bereits an Lösungen arbeiten.

Zunächst wollen Nissan und Renault aber untersuchen, welche rechtlichen Bedingungen erfüllt werden müssen. Bislang sind alle Selbstfahrerversuche Sonderprojekte, die eine Ausnahmegenehmigung haben. In den meisten Fällen muss auch immer noch ein Mensch im Auto sein.

Die Konkurrenz ist groß

Auch andere Konzerne arbeiten an Robotaxi-Lösungen. Toyota arbeitet derzeit mit Softbank zusammen, Honda hat sich mit General Motors zusammengetan. Der Druck auf die Autobauer ist groß: Die Absatzzahlen sinken, und gleichzeitig kommen neue Player wie Tesla auf den Markt. Bei den japanischen Herstellern hat es einen Rückgang um 40 Prozent gegeben. VW, Daimler und BMW verkauften 29 Prozent weniger Autos im ersten Quartal 2019. Auch hat das eigene Auto nicht mehr die Bedeutung, die es früher hatte. Dennoch wird individuelle Mobilität geschätzt, wie Smartsharing und Uber beweisen.

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In Zukunft könnten dann Flotten die Umsätze sichern, die als Taxis und Transporter eingesetzt werden. Sie werden den Unternehmen Kosten sparen, weil es keinen Fahrer braucht. Außerdem können selbstfahrende Fahrzeuge länger eingesetzt werden. Mit einem modernen Flottenmanagement kann man auch Strecken und Fahrzeiten optimieren. Im Idealfall können sogar Unfälle reduziert werden.

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Hersteller brauchen neue Märkte

Für die etablierten Autobauer ist der Selbstfahrmarkt auch deshalb wichtig, weil sie das Feld nicht anderen überlassen wollen. Bei BMW beginnt man bereits, sich mehr als Softwaredienstleister zu verstehen denn als metallverarbeitendes Gewerbe. Für Nissan und Renault kann das auch eine Möglichkeit sein, aus den Negativschlagzeilen zu kommen. Waymo hingegen braucht ebenfalls starke Partner in Europa und Asien, um seinen Markt ausweiten zu können.

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