In Deutschland ist Geely Automotive mit seinem Gründer Li Shufu weitestgehend unbekannt. Der 54-Jährige startete sein Unternehmen mit der Fabrikation von Kühlschränken und baut erst seit dem Jahr 2002 Autos. Dort liegt auch einer der Gründe für den Einstieg bei Daimler. Der jungen chinesischen Automarke fehlt schlichtweg das Know-how um hochwertige Fahrzeuge zu produzieren.

Geely hat in der Vergangenheit bereits die Autohersteller Volvo, Proton und Lotus übernommen, ohne einen größeren Schritt in Sachen Qualität und Zuverlässigkeit. Das Flaggschiff von Geely, die Limousine Emgrand 7, wurde von dem ehemaligen Volvo-Chefdesigner Peter Horbury entworfen. Doch unter der ansprechenden Karosserie fehlt die Abstimmung zwischen den einzelnen Komponenten. Der Wagen schaffte es bisher nicht auf den europäischen Markt.

Der chinesische Automobilhersteller arbeitet stark daran, seine Entwicklungskompetenz schnell und effizient aufzubauen. Durch Zukäufe von etablierten Marken und Zulieferern möchte Li dieses Ziel erreichen. Der große Coup war im Jahr 2010 die Übernahme von Volvo Cars inklusive deren langjährige Erfahrung im Automobilbau. Umgehend entstand in Göteborg ein Forschungszentrum, in dem Ingenieure von Volvo und Geely gemeinsam neue Fahrzeuge entwickeln.

Der Erfolg dieser Zusammenarbeit sind die neuen Konzern-Plattformen für den Volvo XC 40, XC 60 und größere Modelle. Auf Basis der neu entwickelten Plattformen sollen künftig Fahrzeuge für den chinesischen und internationalen Markt, einschließlich der USA entstehen. Angekündigt wurde bisher ein Kompakt-SUV der neu erschaffenen Marke Lynk & Co, die Markteinführung wird sich aber noch etwas verspäten.

Weiteres Ziel von Geely ist die Entwicklung von Oberklasse-Fahrzeugen, welche in China für den einheimischen Markt produziert werden, als auch die Nachfrage in Schwellenländern bedienen.

In Zukunft werde das Unternehmen auch deutlich mehr in Forschung und Entwicklung investieren, um im Bereich der Telekommunikation und Künstliche Intelligenz gegenüber anderen Autobauern mithalten zu können.