Was gut gemeint ist, kann sich als teuer für die Umrüster von Dieselautos erweisen. Denn Tests des ADAC haben ergeben, dass eine Hardwareumrüstung den Dieselverbrauch erheblich erhöht.

Die nachträglich eingebauten Stickoxidkatalysatoren senken den Ausstoß von Schadstoffen erheblich und können so die Einhaltung der Richtwerte ermöglichen. Nur weil man dadurch aber wieder in die Großstadt fahren könnte, bedeutet das nicht, dass es sich auch rechnet: Die ADAC-Tester haben bei allen drei getesteten Autos einen erhöhten Treibstoff-Verbrauch festgestellt.

Als Testgeräte wurde ein Oberland-Mangold in einen VW T5 eingebaut, ein Twintec in einen Opel Astra und ein HJS in einen Fiat Ducato. Insgesamt wurden einige Zehntausende Kilometer zurückgelegt. Außerdem wurden die Autos noch mal auf den Prüfstand gefahren und dabei gemessen.

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Dieselverbrauch steigt vor allem im Winter an

Das Testergebnis ist deutlich: Vor allem wenn es kalt wird, steigt der Dieselverbrauch an. Der Grund dafür liegt in der Betriebstemperatur des Katalysators, der erst ab 200 Grad so richtig die Stickoxide verbrennt. Dafür braucht das Auto Strom, und den liefert die Lichtmaschine, die vom Motor angetrieben wird. Das Mangold-System war mit sieben Prozent Steigerung im VW noch am sparsamsten. Beim Opel Astra stieg der Verbrauch um ganze dreizehn und beim Fiat um zwölf Prozent an.

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Richtlinien werden nicht eingehalten

Das Problem dabei: Laut Richtlinien dürfen umgerüstete Dieselfahrzeuge nur sechs Prozent mehr verbrauchen. Dieser Wert wurde aber bei keinem der Fahrzeuge erreicht.  Allerdings kann diese Aussage nicht pauschalisiert werden. Der Dieselverbrauch ist auch von der Position des Katalysators abhängig: Je näher er am Motor ist, umso mehr kann auch die Motorwärme den Nachbau auf Betriebstemperatur bringen. Deshalb werden die Katalysator-Hersteller nochmal in die Entwicklungslabore gehen müssen, um an den Temperaturen zu arbeiten.

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Katalysatoren reinigen zuverlässig

Was die Stickstoffoxide angeht hat man dagegen ganze Arbeit geleistet: Die Prüfer fanden auch nach 50.000 Kilometern keine Ermüdung, der Katalysator reinigte die Abluft wie am ersten Tag. Allerdings gibt es auch hier Grenzen: Manche Dieselmodelle stoßen so hohe Mengen an Stickoxiden aus, dass auch der Katalysator nicht mehr hinterherkommt. In vielen Fällen reicht die Reduktion noch nicht aus, um in regulierte Städte fahren zu dürfen. Auch hier werden auch die Autohersteller noch bessere Lösungen finden müssen.

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