Was wie Musik in den Ohren zukünftiger Fahrschüler klingt, scheint nicht mehr so unwahrscheinlich. Zumindest wenn es nach Verkehrsminister Andreas Scheuer geht. Dieser verfolgt nämlich die Vision, die Automatikregel aus der Führerscheinprüfung zu streichen.

Der CSU-Politiker will die Führerscheinprüfung ändern und vermehrt Automatikautos priorisieren. Bisher besagen die Regelungen der Führerscheinprüfung, dass Autofahrer nur dann ein Fahrzeug mit manueller Schaltung führen dürfen, wenn sie auch die Führerscheinprüfung in einem Auto mit manueller Schaltung abgelegt haben. Das heißt, wer mit Automatikschaltung den Führerschein macht, darf ausschließlich Automatikfahrzeuge fahren. Es sei denn, eine Zusatzprüfung mit manueller Schaltung wird erfolgreich durchgeführt.

Im Gleichschritt mit der Entwicklung

Spätestens seit Elon Musk und Tesla sind Elektro-Autos anerkannt und salonfähig geworden. In Zeiten von globaler Erwärmung und einer Bevölkerung, die zu immer größeren Teilen umweltbewusst agiert, scheint die Ausbreitung erneuerbarer und umweltfreundlicherer Energien unausweichlich.

Genau das ist auch der Hintergedanke von Verkehrsminister Scheuer. Die Aufwertung des Automatik-Führerscheins soll auf längere Sicht dazu führen, die Attraktivität von Elektro-Autos zu steigern und ihr Ansehen ganzheitlich zu verbessern. Einer der Kritikpunkte an den aktuell geltenden Regeln ist schließlich, dass Fahrschulen nicht genügend Ermutigung erfahren, um auf Elektro-Autos umzusteigen. Die Idee ist also, vorher anzusetzen und die Ansichtsweisen der Fahrschüler in Richtung Elektro-Autos zu lenken. Fraglich bleibt jedoch, ob solch eine Regelung von Deutschland eingeführt werden kann oder ob dies auf EU-Ebene entschieden werden muss.

Ist die Durchsetzung der Automatikregel gefährlich?

In Nordamerika fahren fast ausnahmslos alle Autos mit einer Automatikschaltung. Da dies in Europa jedoch nicht der Fall ist, sagen kritische Stimmen, dass der Vorschlag von Verkehrsminister Scheuer schwer umzusetzen sei. Vor allem aufgrund der hohen Zahl an Autos mit Schaltgetriebe in Deutschland, könnte der Vorschlag zu Problemen führen.

Die Folge liegt auf der Hand: Hat ein relativ unerfahrener Autofahrer seine Prüfung mit einer Automatikschaltung abgelegt, und muss plötzlich mit einem Schaltgetriebe fahren, könnte das bitter ausgehen. So lautet jedenfalls die Kritik des TÜV-Verbandes.