Es ist ärgerlich und vielen schon passiert: eine kleine Delle an der Beifahrertür und weit und breit kein Übeltäter auszumachen. Wer jetzt in die Vertragswerkstatt fährt, muss Wartezeit in Kauf nehmen und wird die Ausbesserung meist teuer bezahlen müssen. Die Beseitigung dieser kleinen Schäden – auch Hagelschaden und Kratzer – ist mittlerweile zum Geschäftsmodell von Spezialwerkstätten geworden, die das so genannte Smart-Repair anbieten.

Smart steht hierbei für “Small Middle Area Repair Technologies“, also die Ausbesserungstechnik für kleine und mittlere Schäden. Angefangen hatte dieser neue Servicezweig mit der Ausbesserung von Windschutzscheiben, jetzt ist Smart-Repair eine Alternative, wenn man ein Teil nicht komplett austauschen will.

Die spezialisierten Werkstätten haben eine eigene kleine Lackiererei, die Ausbesserungen machen kann, und Werkzeuge, um verbogenes Blech und Kunststoff wieder zurechtzubiegen. Auch Steinschlag an Windschutzscheiben kann repariert werden, ohne gleich die Scheibe austauschen zu müssen. Selbst im Auto sind Ausbesserungen möglich, zum Beispiel an Ledersitzen oder solchen mit einem Kunststoffbezug sowie Kratzer am Armaturenbrett.

Nicht alles geht mit Smart-Repair

Allerdings gibt es auch einige Einschränkungen: Wenn der halbe Kotflügel eingedellt ist, helfen auch Spezialwerkzeuge nicht mehr. Und auch die Ausbesserung von Lackschäden hat Grenzen: Ist die beschädigte Stelle größer als ein Handteller, sollte man eine Lackiererei aufsuchen. Wenn sich Beschädigungen über mehrere Bauteile, zum Beispiel Heckklappe und Stoßstange ziehen, kann es ebenfalls schwierig werden, diese mit Smart-Methoden noch zu beheben.
Wichtig ist aber auch dass man nicht an der falschen Stelle spart: Zeigen sich zum Beispiel lange Risse in der Scheibe, muss sie aus Sicherheitsgründen wahrscheinlich ausgetauscht werden.

Versicherungen zahlen manche Ausbesserungen

Die Smart-Werkstätten arbeiten immer öfter auch mit Versicherungen zusammen. Diese übernehmen zunehmend die gesamten oder einen Teil der Kosten, weil es sie immer noch billiger kommt als eine Standardreparatur. Deshalb haben jetzt auch Vertragswerkstätten angefangen, Smart-Repair in ihr Angebotsrepertoire aufzunehmen. Manche Ausbesserungen werden schon für unter 100 Euro gemacht. Autofahrer sollten aber auf jeden Fall mit ihrer Versicherung abklären, was übernommen wird. Die DEVK bietet beispielsweise einen Tarif an, der eine Smart-Repair Ausbesserung pro Jahr einschließt.

Bildquelle: /Shutterstock.com