Wer meint, die vegane Lebensweise bezieht sich nur auf das Essen irrt: Es geht um alles, was aus tierischen Produkten gefertigt ist. Und dazu gehört auch das Leder von Autositzen. Die Tierschutzorganisation PETA hatte bereits in der Vergangenheit moniert, dass etwa 20 Prozent der weltweiten Lederproduktion aus Tierhäuten in Autos verwendet wird.

Einige Hersteller haben jetzt bereits angefangen, echtes Leder zu verbannen oder zumindest zu reduzieren. In den USA soll Tesla sich bereit erklärt haben, das Modell X auch in einer veganen Variante anzubieten.  Der Großteil eines Autos besteht aus Plastik, Metall, Kohlefaser und Gummi. Auch braucht es keine Tierversuche für Autos oder die Bestandteile. Tierhaut wird eigentlich nur für die Sitze, den Schaltknüppel und das Lenkrad verwendet.

Oberklasse tut sich schwer

Bei günstigen Modellen bis zur Mittelklasse sieht die Bilanz übrigens gar nicht schlecht aus: Weil aus Kostengründen ohnehin bei Kleinwagen nur Kunststoffbezüge verwendet werden, können sie als tierfreundlich angepriesen werden. Je teurer ein Auto, umso mehr Leder wird verbaut, auch an Schalthebeln. Das Problem dabei ist, dass es kaum Alternativen für Käufer gibt – nicht einmal Kunstleder wird angeboten. Mercedes hat immerhin die A- und B-Klasse lederfrei im Angebot, bei der C-Klasse braucht es ein anderes Lenkrad. Und die E-Klasse verwendet heute auch schon Kunstleder, das sogar strapazierfähiger ist und deshalb bei Taxiunternehmen besonders beliebt.

Das Problem für die Organisation PETA ist nicht nur, dass man keine Tierprodukte an sich verwenden will. Leder hat in der Produktion auch eine äußerst schlechte Klimabilanz, man denke nur an das Methan, das die Kühe in die Atmosphäre abgeben. Hinzu kommt natürlich auch, dass die Haltungsbedingungen für Kühe in Herstellungsländern wie Indien und Brasilien nicht immer die besten sind. Aber auch in der EU hat es bereits Beanstandungen gegeben, was Haltung und Schlachtung betrifft.

Mit dem Verzicht auf Leder könnten Autohersteller einen großen Schritt in Richtung veganes Fahrzeug machen. Übrig würden dann noch Farbpigmente aus Tieren, Wolle und manche Fette sein, die in Fahrzeugen verwendet werden – allerdings in sehr geringem Umfang, verglichen mit Leder.

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